Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal




Für jeden, der (noch) nicht dabei ist, aber sich für den Verein interessiert

Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Knipser1 » Mi 7. Apr 2021, 19:27

Hallo zusammen,

auch als Gebäude schon lange Geschichte ist das Stellwerk "Mf" in Mayen an der Ausfahrt nach Mayen West.


Erbaut im Jahr 1906, Technik: "Bruchsal J"


Hier ein paar Fotos aus dem Jahr 1992:


Von Außen:

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Blockschrank:

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Blick von rechts über den Blockschrank zu Hebelbank:


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Und der Blick von der linken Seite über die Hebelbank zum Blockschrank.


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Grüße

Guido
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von Anzeige » Mi 7. Apr 2021, 19:27

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Re: Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Horst Heinrich » Do 8. Apr 2021, 14:08

Herrje, auch schon wieder 30 Jahre her...Danke, Guido.
Wurde anläßlich Deines Besuchs gerade der Boden gewischt, weil die Stühle so schön auf dem Schrank hängen?
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Re: Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Knipser1 » Do 8. Apr 2021, 14:18

Horst Heinrich hat geschrieben:Herrje, auch schon wieder 30 Jahre her...Danke, Guido.
Wurde anläßlich Deines Besuchs gerade der Boden gewischt, weil die Stühle so schön auf dem Schrank hängen?



Hallo Horst,

ja, ich glaube, da war gerade "Putztag" - 1 x die Woche wurde da gebohnert.

Ob gleichzeitig noch Signalmittelprüfung war kann ich nicht mehr sagen.

Aber man werfe mal einen Blick auf die Seilscheiben auf dem letzten Bild - da findet sich nur ein bisschen Fett und nur ganz wenig Schmutz.
Und zu der Zeit schauten alle Stellwerke auf der Strecke so aus.

Grüße

Guido
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Re: Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Horst Heinrich » Do 8. Apr 2021, 17:13

Knipser1 hat geschrieben:Aber man werfe mal einen Blick auf die Seilscheiben auf dem letzten Bild - da findet sich nur ein bisschen Fett und nur ganz wenig Schmutz.
Und zu der Zeit schauten alle Stellwerke auf der Strecke so aus.

Grüße

Guido

Tja, das hatte ja zwei Gründe.
Zum einen: Die grundsolide Beziehung zum Arbeitsplatz Bahn, man fühlte sich verantwortlich, auch fürs Umfeld, zum anderen natürlich eine temporäre Langeweile während der oft langen Zugpausen, was ich damals auch auf der Strecke Bingen-Alzey-Worms erlebt habe. Auch hier waren die Stellwerke immer tipp top, die Zeit vertrieb sich das Personal dann mit Saubermachen, Zimmerpflanzenpflege, Kreuzworträtsel, Zeitunglesen, Kofferradio hören und natürlich mit Rauchen und Kaffeetrinken. Und manchmal, was aber auch keiner bemerken durfte, mit einem Schoppen...
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Re: Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Grauwacke » So 11. Apr 2021, 14:53

Danke Guido, für diese tollen Fotos, die genau das Maß an Präzision und Identifikation der damaligen Kollegen mit ihrem Arbeitsplatz und den Anlagen widerspiegeln. Leider hat man die Schäfte der Hebel bereits lackiert. Eine "Todsünde" in früheren Jahren. Da gehörte es zur Samstagsarbeit, die Hebelschäfte mit feinem Sandpapier spiegelblank zu polieren. Manche Kollegen auf der unteren Lahn schmiergelten die Schäfte zunächst vertikal matt, um danach eine spiegelblanke Querschraffur zu polieren; Ringelschäfte quasi. In meiner Jugend Mitte der 1970iger Jahre durfte ich das im Bahnhof Erbach/Ww. auf meinem Lieblingsstellwerk "Erbach-Nord (En)" immer unter Aufsicht des Weichenwärters H. Meffert erledigen. Es war mir eine große Ehre, mit so einer verantwortungsvollen Aufgabe betraut zu werden. Machte man das nicht ordentlich, gab es unbeschreiblichen Ärger, bis hin zu Missbilligungen seitens des Bahnhofsvorstehers, der auch diese Arbeiten unter der Rubrik der Gewissenhaftigkeit im Zuge seiner Betriebskontrollen abhakte. Das Bohnern des Linoleumbodens war auch so eine hochgradig überwachte und sanktionierte Aufgabe, wenn sie nicht ordentlich ausgeführt wurde. Ein Ablöser auf diesem Stellwerk, genannt "der Kackmann", wurde wegen seiner anhaltenden Nachlässigkeiten damals sogar wieder zeitweise in den Rangierdienst strafversetzt. Heutzutage alles kein Thema mehr und scheinbar vorsintflutlich. Schade eigentlich, dass uns dieses Lebensgefühl abhanden gekommen ist.
Rettet Leben, welches ohne den Rettungsdienst nie in Gefahr gewesen wäre!
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Re: Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Dieselpower » Di 13. Apr 2021, 12:24

Ja, die Identifikation der Eisenbahnerfamilie mit ihrer Eisenbahn....
In meinem Heimatbahnhof Porz-Heumar durfte ich auch soviel erledigen, das bombierte Emailschild "Dienstraum! Betreten für Unbefugte verboten!" (Wo auch immer das hin verschwunden ist - ich habe es leider nicht!) galt nicht für mich - auch auf dem Stellwerk des winzigen Bf Porz-Königsforst ging ich in Ermangelung eines Empfangsgebäudes ein und aus. Auch hier war immer alles tiptop, wenn auch einfach. Der kleine Durchgang von der Straße zum Bahnsteig mit dem Schalter, dem Ofen, der Bank und der beigen Holztür mit dem rot-weißen holzgerahmten Glasschild "BAHNHOFSGASTSTÄTTE" werden mit immer in perfekter Erinnerung bleiben. Ja, sogar wir hatten eine Bahnhofswirtschaft, die zwei Stufen am Eingang waren zwar nicht barrierefrei, aber hatten ein Geländer aus Ehrfurcht einjagenden behauenen Steinquadern, -kugeln und Gußeisen.
Schade, daß der Sinn fürs wesentliche bei mir damals noch ebenso schwach ausgeprägt war, wie das Budget für Filmmaterial...
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Re: Mayen Ost Mf - für unsere Freunde der Bauart Bruchsal

Beitragvon Knipser1 » Di 13. Apr 2021, 14:31

Hallo zusammen,

danke für eure netten Rückmeldungen zu den Fotos.

Zum Glück war ich auch gern gesehener Gast auf den Stellwerken meiner Heimatstrecke.

Wie schon häufiger geschrieben war ich von der Stellwerkstechnik schon immer etwas mehr begeistert als vom "rollenden Material", so dass mir wohl eher einige Fotos "draußen" durch die Lappen gegangen sind als ich fasziniert die Tätigkeiten im Stellwerksinnern beobachtete.

Die fast noch vollen Hebelbänke zeigen es - es wurde damals natürlich auch noch fleißig rangiert und da gab es Einiges auf dem Stellwerk zu tun, wenn die Übergabe im Bahnhof weilte.


Grüße

Guido
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