Reaktivierung Neubrücke-Birkenfeld (?)




Alles, was sich so in jüngster Vergangenheit ereignet hat oder sich ereignen wird

Reaktivierung Neubrücke-Birkenfeld (?)

Beitragvon Horst Heinrich » So 9. Aug 2020, 12:13

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) hat sich mit reaktivierungswürdigen Strecken in Deutschland beschäftigt. Darunter auch zahlreichen, in Rheinland-Pfalz gelegenen. In seiner Studie "Auf der Agenda: Reaktivierung von Eisenbahnstrecken" befaßt er sich natürlich mit den bereits länger diskutierten Projekten wie Hunsrückquerbahn oder Eifelquerbahn, es taucht aber in dem Katalog von Strecken mit Reaktivierungspotential auch eine seit rund 30 Jahren abgebaute und zu einem Radweg umfunktionierte auf, nämlich Neubrücke-Birkenfeld.

Von dieser Strecke durfte ich unlängst kurz hier im Forum berichten.
78852449nx65167/regional-historisch-f6/1938-in-birkenfeld-t182.html

Bemerkenswert finde ich, daß der VDV hier einen Bedarf sieht hinsichtlich Erschließung weiteren Fahrgastpotenzials durch Verlängerung bestehender SPNV-Linien (Schwerpunkt „Erweiterungsfunktion“) und Einrichtung einer bisher fehlenden SPNV-Relation zwischen aufkommensstarken Räumen (Schwerpunkt „Verbindungsfunktion“). , wie es in der Studie heißt.

Wenn ich diese Studie richtig lese, geht es um die Anbindung des Birkenfelder Raumes an den Saar-Nahe-Raum Richtung Saarbrücken (Regionalbahn 73 über Türkismühle St. Wendel – Ottweiler (Saar) – Neunkirchen (Saar) – Sulzbach (Saar) – Saarbrücken Hbf).
2014 wurde die bis Türkismühle reichende Elektrifizierung bis Neubrücke verlängert.

Die RB 73 ist in der Tat sehr erfolgreich. Keine 300 Meter vom Bahnhof entfernt befindet sich der sogenannte Umweltcampus mit rund 2400 Studierenden und etwa 300 Mitarbeitern. Rund um den Campus finden sich zahlreiche solide Unternehmen.

Die nun vorgeschlagene Reaktivierung Birkenfeld-Neubrücke halte ich daher für sehr stimmig, zumal die Straßenverkehrsproblematik in Birkenfeld einschneidend ist.

Außerdem: Der Landkreis Birkenfeld gehört zu den am meisten verschuldeten Landkreisen Deutschlands, die Überalterung der Bevölkerung ist signifikant. Daß diese Entwicklung durch eine gute Bahnanbindung in Ballungsräume aufgehalten werden kann ist bekannt und unumstritten.

Sehr umstritten hingegen ist das von der Landesregierung an jeglichem Bedarf vorbei verordnete neue Buskonzept mit einem völlig unnötigen Stundentakt über Relationen, die niemand benutzt, gerade im Landkreis Birkenfeld. Wenn ich hier zwischen Hermeskeil, Büchenbeuren, Kirn und Birkenfeld unterwegs bin, sehe ich zu 90% Geisterbusse.

Leider ist der VDV-Vorschlag offenbar in der Kommunalpolitik noch nicht angekommen, er wird in den politischen Gremien noch nicht ernsthaft diskutiert. Ich denke, er ist dort gar nicht bekannt.
Derzeit wird planerisch an der Neugestaltung des Geländes in der Verlängerung des früheren Bahnareals (Talweiherplatz) gearbeitet.

https://www.competitionline.com/de/beitraege/153717

Hierzu gehört auch ein neuer Omnibusbahnhof.
Es wäre also noch Zeit, einen "echten" Bahnhof zu integrieren, wenn auch große Teile des Bahnhofsgeländes mittlerweile überbaut sind.

Bild

Dieses stimmungsvolle Bild zeigt den Birkenfelder Bahnhof von der Stadtseite her in den 1930er Jahren.
Der Baustil weicht natürlich von der preußischen Einheitsbauart ab, denn die Oldenburger waren selbstbewußt-emanzipiert und stilistisch kreativ.
Die Gesellschaft im 21.Jahrhundert: Bei vielen nichts anderes als das Fortleben des prähistorischen Menschen unter der dünnen Schale der Zivilisation.
Benutzeravatar
Horst Heinrich
Bundesbahn-Amtsrat A12
 
Beiträge: 475
Registriert: So 24. Mär 2019, 18:42
Wohnort: Hirschfeld/Hunsrück

von Anzeige » So 9. Aug 2020, 12:13

Anzeige
 


Ähnliche Beiträge

1938 in Birkenfeld
Forum: Regional historisch
Autor: Horst Heinrich
Antworten: 3

TAGS

Zurück zu Regional aktuell

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron