Unterbrechung des Zugverkehrs auf der linken Rheinstrecke




Alles, was sich so in jüngster Vergangenheit ereignet hat oder sich ereignen wird

Unterbrechung des Zugverkehrs auf der linken Rheinstrecke

Beitragvon Horst Heinrich » So 22. Mär 2020, 20:43

Heute gegen 15 Uhr wurde ein IC auf der Fahrt von Koblenz nach Mainz in Oberwesel gestoppt.

Nach der Alarmierung kleideten sich vor der Stadt bereits Bundespolizisten und und Beamte der Landespolizei (MEK) in völlige Viren-Schutzkleidung, ehe sie zum Einsatzort (Gleis 3 des Bf Oberwesel) fuhren. Dort warteten bereits Notarzt, Rettungssanitäter, zwei Zugbegleiter sowie Kripo.
Nach einer halben Stunde der Abklärung des weiteren Vorgehens traten die MEK-Beamten in den Zug, gingen zum 1.Klasse-Wagen um nach weiteren 20 Minuten einen offenbar alkoholisierten Mann um die 40 auf den Bahnsteig zu führen.

Der Zugverkehr in beiden Richtungen war zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als eine Stunde eingestellt.
Der Mann diskutierte lautstark, beschwerte sich über das vermeintlich völlig unangemessene Verhalten von Zugbegleitern und Polizei, verneinte, daß er dieses und jenes je gesagt und behauptet habe.
Weitere 20 Minuten vergehen, in dieser Zeit wird der Mann immer ungehaltener, er faselt etwas von § 38 StGB, von juristischen Kenntnissen, dann löst sich die Szenerie langsam auf.
Der Mann wird zum MEK-Fahrzeug geführt, diskutiert weiter und gegen 16.30 Uhr entläßt man ihn in Höhe der ehrwürdigen Liebfrauenkirche in die Altstadt.
Vermutlich wurde der Mann ohne Fahrschein in der 1.Klasse angetroffen und widersetzte sich dann den Zugbegleitern. Daß die kontrollierenden Polizeibeamten daraufhin in völliger Schutzkleidung anrückten läßt darauf schließen, daß er im Zuge des Disputs vielleicht die Worte "Corona positiv" in den Mund genommen hat.
Vor 30 Jahren konnte derselbe Effekt erzielt werden mit "HIV-positiv". Aber das nur nebenbei.

Der Notarzt, der als Mediziner eigentlich wirklich besorgt um seine Gesundheit hätte sein müssen, wenn es denn einen medizinischen Grund zur Besorgnis geben würde, war neben dem Sanitäterteam der einzige, der außer einem Mundschutz keinen besonderen Schutz trug, nicht mal autoklavierbare weiße Hosen, sondern Jeans und Turnschuhe. Aber das nur nebenbei.
Ab 16.30 Uhr war der linksrheinische Zugverkehr zwischen Koblenz und Mainz wieder freigegeben.
Der "Übeltäter", der von der weiteren Mitfahrt ausgeschlossen und belehrt wurde, daß er mit einer Strafanzeige und Schadenersatzforderungen zu rechnen habe (der aber nicht so aussah, als sei er deswegen vollstreckbar) wurde anschließend dabei beobachtet, als er völlig gelassen Richtung Innenstadt davonschlenderte.

Ich schildere das ganze als Augenzeuge bewußt sehr sachlich.

Denke sich ein jeder seinen Teil - die Diskussion ist hiermit eröffnet.
Die Gesellschaft im 21.Jahrhundert: Bei vielen nichts anderes als das Fortleben des prähistorischen Menschen unter der dünnen Schale der Zivilisation.
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Horst Heinrich
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