Bahnen im westböhmischen Bäderdreieck




Bahnen im westböhmischen Bäderdreieck

Beitragvon Horst Heinrich » Mo 17. Feb 2020, 11:39

Liebe Freunde,

ein Kurztrip führten meine Lebensgefährtin und mich in das sogenannte westböhmische Bäderdreieck.

Hier kann man noch einen recht engmaschigen regionalen Bahnverkehr erleben, viele, teils mehr als 150 Jahre alte und in der österreichisch-ungarischen Kaiserzeit entstandene Strecken sind noch in Betrieb, allerdings ist auch hier die Nutzung von Pkw dominierend.

Die Dorfbahnhöfe sind heruntergekommen, auch die kleinen Betriebswerke, die oft nur drei oder vier Triebwagen beherbergen, sind herabgewirtschaftet.

Ein solcher Bahnhof ist Bechov (früher Petschau), den ich besucht habe und den ich hier exemplarisch vorstellen möchte, wenn meine Freundin mir die Bilder von ihrem Smartphone übermittelt hat.
Auch auf den Provinzbahnhöfen dominiert inzwischen eine neue Leit- und Sicherungstechnik über größere Blockabstände hinweg, die früher noch vielfach anzutreffenden besetzten Bahnhöfe mit ihren Stellwerken wurden in Zentralstellwerke integriert.

Diese Rationalisierungen, die jetzt noch nicht so umfangreich und vernichtend sind wie bei uns, helfen, das Defizit der Bahn in der Tschechei zu dezimieren, es werden aber weitere Einschnitte kommen.
Das sehen auch die von mir befragten Eisenbahner so.

Eine interessante Sache sind die automatischen Bahnübergänge, die es an überregional bedeutsamen Straßen inzwischen vermehrt gibt.
Hier blinkt -bei geöffneten Halbschranken- dann, wenn kein Zug kommt, ein weißes Licht.

Nähert sich ein Zug, blinken abwechselnd zwei rote Lichter, nach ein paar Sekunden senkt sich die Schranke, der Zug fährt durch, dann gehen die Schranken hoch und es blinkt wieder das weiße Licht.
Ich fand diese Sicherungsvariante nicht schlecht, sie erhöht meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit an Bahnübergängen generell.

(Weiterer Bericht folgt)
Zuletzt geändert von Horst Heinrich am Di 18. Feb 2020, 14:52, insgesamt 2-mal geändert.
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von Anzeige » Mo 17. Feb 2020, 11:39

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Re: Die Bahnstrecke Mariánské Lázně–Karlovy Vary

Beitragvon Dieselpower » Mo 17. Feb 2020, 12:01

Hallo Horst, ich bin sehr gespannt auf deinen Bericht...

Eine Bü-Sicherungstechnik wie die von dir angesprochene gibt es auch in Belgien und Ungarn. Für mich als PKW-Fahrer ist das weiße Blinklicht nicht nur ein optischer Hinweis auf einen Bü, sondern auch ein Indikator für die Betriebsbereitschaft der Anlage. Ich persönlich finde das ausgezeichnet. Allerdings hat man in Ungarn - wie ich im September beim Kurzurlaub am Balaton feststellen mußte - massiv modernisiert, und für die Bü die LED-Technik verwendet, was ja zunächst nicht schlecht ist, allerdings würde mir als Autofahrer eine nächtliche Dimmung der LEDs sehr entgegen kommen, in menschenleeren Gegenden wirken die Dinger durch die Optiken nicht selten wie eine Lichthupe, die dann auch das Sehvermögen Sekunden nach der Gleispassage deutlich kurzzeitig reduziert. Wenn die Straße hinter dem Gleis in einer 90°-Kurve verläuft, kann das unangenehm sein....
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Re: Bahnen im westböhmischen Bäderdreierck

Beitragvon Horst Heinrich » Di 18. Feb 2020, 14:50

Franzensbad

An der elektrifizierten und teilweise zweigleisigen Hauptbahn Cheb (Eger) - Plauen liegt der Heilkurort Franzensbad.
Die Strecke, die gut angenommen und ausgelastet ist, wird von der Oberpfalzbahn betrieben, die wiederum zu Netinera gehört.

Geschäftsführer der Oberpfalzbahn ist übrigens Wolfgang Pollety, bis 2015 Verkehrsleiter des Flughafens Hahn.
Er ist damals ausgeschieden, als gegen die beiden Geschäftsführer Schumacher und Maxeiner ermittelt wurde, denn Pollety hatte -ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Protagonisten der Hahn-Camorra- eine saubere Weste.

Das Bild zeigt den Zug vor Franzensbad
Bild

Viele tschechische Pendler fahren ins benachbarte Bayern zum Arbeiten.
Die Preise in Tschechien sind günstig, die Löhne in Deutschland höher, das "paßt".


Die Straßeninfrastruktur ist ausgesprochen schlecht, gerade auf dem Land, die Schieneninfrastruktur vergleichsweise gut.
Ich habe auch beobachtet, daß die Züge selbst am Wochenende gut ausgelastet sind.

Franzensbad hatte -wie alle tschechischen Heilbäder- seine Blütezeit im 19. Jahrhundert.
Der Baustil jener Epoche prägt bis heute das Stadtbild, vieles ist gut restauriert, manches aber verfällt auch.

Die Einheimischen, ob in den Geschäften, der Gastronomie oder in den Städten und Dörfern sind sehr freundlich.
Es wird deutsch und tschechisch gesprochen, man kann überall sowohl mit tschechischen Kronen als auch Euro bezahlen und überwiegend auch mit EC-Karte.

Der Umrechnungskurs -grob gesagt- ist 1:25, also 25 Kronen entsprechen 1 Euro.

Pferdewagen

Ein immer noch beliebtes Transportmittel in Westböhmen sind Pferdewagen, hier unweit des Schlosses Kynzvart, der ehemaligen Sommerresidenz des Fürsten Metternich, dem "Architekten" des Wiener Kongresses.

Bild

Beeindruckend war zu sehen, wie der Wagenlenker sein Gespann beherrscht trotz meines herannahenden Autos, die Pferde zeigten sich bestens eingefahren und diszipliniert.
Über das Schloß und seine Umgebung berichtet diese Webseite:

https://www.zamek-kynzvart.eu/de


Exkurs: Ein Bierbad

Bild

(Fortsetzung folgt)
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Re: Bahnen im westböhmischen Bäderdreierck

Beitragvon ETA 517 » Di 18. Feb 2020, 19:21

Horst Heinrich hat geschrieben:


https://www.zamek-kynzvart.eu/de


Exkurs: Ein Bierbad

Bild

(Fortsetzung folgt)



Alter, wie die guckt... entweder ist die geil oder besoffen... oder beides...


Oh Baby, lass mich dein Badewasser saufen.


O.K. back to topic... wir müssen irgendwie seriös wirken.


Danke fürs zeigen, Horst. Ich hoffe es kommt noch mehr (Fleisch)



Gruß

Marcus
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Re: Bahnen im westböhmischen Bäderdreierck

Beitragvon Horst Heinrich » Di 18. Feb 2020, 21:36

ETA 517 hat geschrieben:
Horst Heinrich hat geschrieben:


https://www.zamek-kynzvart.eu/de


Exkurs: Ein Bierbad

Bild

(Fortsetzung folgt)



Alter, wie die guckt... entweder ist die geil oder besoffen... oder beides...


Oh Baby, lass mich dein Badewasser saufen.


O.K. back to topic... wir müssen irgendwie seriös wirken.


Danke fürs zeigen, Horst. Ich hoffe es kommt noch mehr (Fleisch)



Gruß

Marcus


Hallo Freunde,
zunächst etwas "Theorie".
In Depoltovice will man angeblich das Baden in Bier erfunden haben.
Hierzu besitzt er auch ein Patent.
So erklärte mir der Inhaber der Lokalität, der noch zwei weitere wunderschöne Gaststätten in Karlsbad und Loket besitzt sowie eine Hausbrauerei.
Das Bierbad bietet Haut und Körper Vitamine, lockert die Muskulatur, stärkt das kardiovaskuläre System, hilft dem Körper, Giftstoffe loszuwerden und stärkt das Haar.
Ein einstündiges Bad kostet für zwei Personen 69 Euro.
Ich konnte mich überzeugen, daß die versprochene Wirkung wirklich auch eintritt.
Und daß man nicht nur im Bier baden, sondern es auch trinken kann.

Doch nun die Praxis:
Die Dame auf dem Bild ist die Tochter des Hauses,
Und sie ist -das hast Du richtig beobachtet, Marcus- geil und gelegentlich auch ein wenig besoffen.
Damit spiegelt sie stellvertretend Ausstrahlung und Einstellung vieler Mädchen um die 30 wider, die in der westböhmischen Gastronomie arbeiten.
Locker drauf, voller Lebensfreude, neugierig, experimentierfreudig, kultiviert, kommunikativ, nicht auf der Suche nach einer "schnellen Nummer" (am Ende noch gegen Geld, was man vermuten könnte), sondern eher nach einem interessanten Abenteuer mit open end.
Bei tieferer Sympathie gerne mehr, ansonsten bleibts eben bei einem schönen Wochenende.

Es ist diese Leichtigkeit des Seins, die ich bei unseren Girls so vermisse, alles muß ausdiskutiert, ergründet, tief sinnhaft sein, mit peinlicher Sorgfalt will man keine Schwäche zeigen, schon gar nicht, daß man eigentlich nur scharf ist und angefixt von dem Typen .

Hier in Tschechien geht es darum, intuitiv den Augenblick zu genießen, um nicht mehr und nicht weniger.

Und wäre ich nicht mit der Partnerin dagewesen, ich hätte mich da auch bereitwillig darauf eingelassen.

Als jemand der auch beruflich mit unserem alltäglichen Beziehungsgekrampfe zu tun hat, empfinde ich es als eine Wohltat, wenn eine Frau einfach nur sagt:
"Nicht soviel denken, Nejdražší, leg Dich hin, mach die Augen zu, laß mich machen und träum Du nur!"

Allein dieses Feeling, einmal im Monat für einen Tag genossen, bringt mehr als fünf Wochen Kur in einer psychosomatischen Fachklinik!

(Fortsetzung folgt).
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Re: Bahnen im westböhmischen Bäderdreieck

Beitragvon Horst Heinrich » Di 18. Feb 2020, 22:23

Ein typischer Bahnübergang

Dieser BÜ liegt an der Straße 2. Klasse 230 bei Becov.
Straßen 2.Klasse sind in der Tschechei mit den Landesstraßen in Deutschland vergleichbar.

Das ehemalige Bahnwärtergebäude stammt noch aus dem 19. Jahrhundert, die handbediente Schranke wurde in den 1970er Jahren durch eine zuggesteuerte Anlage ersetzt. Hier zeigt sie, wie Marco schon erwähnte- durch ein Dauerlicht auch dem Straßenverkehrsteilnehmer an, daß sie intakt ist.

Bild

Handbediente Schrankenanlagen habe ich in Westböhmen nicht gesehen, entweder es waren Anlagen wie die obige oder einfach nur solche mit Andreaskreuz.

Gerade stelle ich mir das Leben der Bahnwärterfamilie vor.
Der gesicherte, angesehene Arbeitsplatz im Haus, eine idyllische Landschaft drumherum und dann noch der bescheidene, aber Abwechslung bietende Autoverkehr.
Eine nicht zu verachtende Lebensperspektive ohne die heute übliche Hektik.

Der Wintersportort Klinovec (Keilberg)

Etwa eine halbe Stunde mit dem Auto von Karlsbad entfernt liegt das Wintersportgebiet des Keilbergs, gewissermaßen das Pendant zum nahegelegenen sächsischen Oberwiesenthal.
Hier auf 1244 Metern Höhe bot sich bei 8 Grad Minus dieses Bild.
Gestartet waren wir in Karlsbad bei Sonnenschein und frühlingshaften 10 Grad plus.

Jetzt das:

Bild

Das auf der nächsten Aufnahme abgebildete und mit einem gespenstisch-morbiden Charme sich darstellende Gipfelhotel ist leider seit Jahren geschlossen, weil sich nach der Öffnung der Warschauer-Pakt-Grenze ein Investor "verhoben" hat und es bislang nicht gelungen ist, das ganze wiederzubeleben.
Einzig der Aussichtsturm ist restauriert und auch begehbar.
Auf den umliegenden Skipisten tummelten sich an diesem Wochenende tausende Wintersporttouristen.

32 Pisten mit 21 Liften lassen kaum Wünsche offen, mit 32 Euro bewegt sich der Tagespaßpreis im unteren Drittel.

Boží Dar-Neklid, der nächstgelegene Ort, hat eine einladende, preisgünstige Gastronomie.
Auch hier genießt man Freundlichkeit des Personals verbunden mit einer außerordentlichen Qualität der Speisen und Getränke.

Bild
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Re: Bahnen im westböhmischen Bäderdreieck

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 21. Feb 2020, 13:52

Bahnstrecke Mariánské Lázně–Karlovy Vary (Marienbad-Karlsbad)

Am 17.Dezember 1898 wurde die Strecke Karlsbad-Marienbad eröffnet.

Es handelt sich um eine interessante Mittelgebirgsbahn, auf 53 Kilometern überwindet sie rund 400 Meter Höhenunterschied und sie benötigt zahlreiche, auch architektonisch interessante Kunstbauten.
Der Scheitelpunkt liegt bei Ovesné Kladruby (früher Habakladrau) auf 705 Metern.

Zum Einsatz gelangen überwiegend Triebwagen der tschechischen Baureihe 810.

In Becov nad Teplou, deutsch Petschau liegt bei Streckenkilometer 33 ein kleiner Betriebshof.
Der vierständige Lokschuppen steht voller Gerümpel, die Triebwagen stehen draußen.
Dieses Bw besitzt neben einer intakten und in Gebrauch befindlichen Drehscheibe mit Handbetrieb auch noch eine Wasserversorgungseinrichtung für Dampfloks, die aber hier schon seit etwa 1965 nicht mehr zum Einsatz kommen.

Zuletzt war es die Baureihe 60 der k&k-Staatsbahn, die nach Auflösung der "Donaumonarchie" 1918 in der Tschechei verblieben ist.
Dieser interessante Loktyp mit drei Treibachsen und einer erst später zugefügten Laufachse wurde von 1895 bis 1915 gebaut, es wurden von allen bedeutenden österreichischen Lokomotivfabriken insgesamt 400 Exemplare in Betrieb gestellt.
Ein erhaltenes Exemplar der in Österreich zuletzt als Baureihe 54.14 bezeichneten Gattung steht im Eisenbahnmuseum Staßfurt.

Von Becov zweigt die 87 Kilometer lange und im November 1898 eröffnete Strecke nach Rakovník (Rakonitz) ab, ebenfalls heute eine Regionalbahn.

Bild

Die Strecke Karlsbad-Marienbad verläuft über zahlreiche Täler, Berge und Schluchten.
Die Erschließung der Region mit der Bahn gelang nur mithilfe vieler Kunstbauten aus Stein, Beton und Stahl.
Das Kaiserreich Österreich-Ungarn baute ähnlich solide wie Deutschland, wovon noch heutige Generationen profitieren.
Hier eine Impression unweit der Haltestelle Vodná (Wasserhäuseln)

Etwas weiter - die nächste Brücke.
Nur 3,70 Meter beträgt die Durchfahrthöhe des Straßenverkehrs.
Das historische Bauwerk wird deswegen lange nicht -wie in Deutschland üblich- mit weiß-roten Schildern und Markierungen "zugepflastert", das kleine Hinweisschild genügt.
Die Brücke zeigt auch keine Kollisionsspuren - offenbar benutzen die Tschechen beim Autofahren ihren Verstand.

Bild

Das Bahnhofsgebäude von Becov von der Gleisseite aus.
Ein Mitarbeiter ist vor Ort, er bedient das recht moderne Spurplanstellwerk, verkauft Fahrkarten, gibt Reisezugauskünfte.

Der Eisenbahner, mit dem ich sprach, war sehr freundlich und auskunftsfreudig.
Seit über 30 Jahren ist er bei der Bahn und hat, ähnlich wie bei uns- als Mittfünfziger noch einen umfassenden Überblick.

Das Gebäude ist in einem recht guten Zustand, manches könnte besser sein, aber man ist hier bescheiden und zufrieden.

Bild
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Re: Bahnen im westböhmischen Bäderdreieck

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 26. Feb 2020, 11:31

Das Bahnbetriebswerk Becov
In Becov geht von der eingleisigen Strecke Mariánské Lázně – Karlovy Vary die ebenfalls eingleisige Bahnstrecke nach Rakovník ab.

Daher hat sich in Becov ein kleiner Betriebshof erhalten.

Hier warten Triebwagen der Baureihe 810 auf ihre nächsten Einsätze.
Es gibt eine handbediente Drehscheibe, eine kleine Dieseltankstelle und auch noch einen Wasserkran, der an die Zeit erinnert, als hier noch Dampflokomotiven beheimatet waren.
Auch der dreiständige Lokschuppen mit Rauchabzug kündet noch von der Dampfzeit.

Die Anlage ist nicht sehr gepflegt, die Triebwagen hingegen machen trotz ihres Alters von durchschnittlich 40 Jahren einen guten Eindruck.

Bild
Zwei Triebwagen warten vor dem alten Lokschuppen

Bild
Die Baureihe 810 - Stütze des Nahverkehrs im westböhmischen Bäderdreieck

Bild
Der eigentlich gut gepflegte Wasserkran.
Ob auf den Strecken rund um Becov heute noch gelegentlich Museums-Dampfzüge fahren konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
2008 gab es hier jedenfalls eine Sonderfahrt mit der Baureihe 354.

Dafür gibt es Dampfabenteuer auf der "Rückseite" des Klinovec (siehe oben) im deutschen Kurort Oberwiesenthal.

https://www.fichtelbergbahn.de/

Bild
Ein österreichisches Formsignal, das im Bahnhof Becov noch bis vor etwa 10 Jahren in Betrieb war.
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