Ich und die anderen




Für alle unsere Neuzugänge...und alte Hasen

Ich und die anderen

Beitragvon Horst Heinrich » Mo 25. Mär 2019, 09:51

Ich kann mir gar nicht genau vorstellen, wie man sich meine Vorstellung vorstellt, zumal ich mich ja nie so gerne in den Vordergrund stelle und ja am nächsten Sonntag auch erst einmal die Uhr vorgestellt wird. Dieses Vorstellen der Uhr ist ja neben dem heutigen Vorstellen der Papiertonne meiner Meinung auch viel wichtiger als daß ich mich vorstelle, zumal mir ja noch das gewichtige Wort eines früheren Patienten im Ohr klingt: "Wer Sie nicht kennt hat aber auch nichts versäumt!".
Worauf ich ihm entgegegnete: "Das nächste mal treffen wir uns erst wieder, wenn wir uns sehen!"
Darauf er (zu Umstehenden gewandt):"Stellen Sie sich mal vor, was der zu mir gesagt hat. Unvorstellbar! Und um mir so etwas anzuhören, war ich jetzt zwei Wochen hier!"

Nun ja, ich bin ja erst gut einen Tag hier, fühle mich aber schon wohl und könnte mir vorstellen, länger zu bleiben.

Ach ja, man sollte sich ja auch bekannt machen, damit man sich kennenlernt.

Ich bin Horst, 56 Jahre alt und arbeite mit anderer Leute Gehirn, manchmal aber auch mit meinem.
Am Normalsten ist für mich, allein schon von berufswegen, das Abnormale. Aber gerade die vermeintlich Normalen sind es, die ja abnormal sind und im vermeintlich geistig Kranken steckt oft mehr Normalität als in dem, der sich für gesund hält, was man sehr gut an Menschen wie Angela Merkel, Markus Lanz oder Dieter Bohlen ablesen kann. Deswegen bin ich auch gerne Psycho, denn wenn ich mir die Normalen dieser Welt ansehe, dann gehe ich lieber zu den ehrlich Abnormalen.

Das trifft auch auf meinen beruflichen Werdegang zu, denn aus dem Irrenhaus heraus wurde ich Lehrer, blieb das dann auch 20 Jahre, bis ich bemerkte, daß die Schule selbst ein großes Irrenhaus ist, nur eben nicht offiziell. Da ich auch Latein kann und mich immer gerne an das Wort des guten Seneca erinnert habe: "Errare humanum est - Gerade Irre sind Menschen" arbeite ich nun wieder in meinem alten Fach mit normalen echten Irren. Das ist so erfrischend ehrlich, daß ich mich hier auch sehr wohl fühle.

Neben meiner Gesundheit, den Menschen meines privaten Umfeldes und meinem Weinkeller liegt mir die Bahn am Herzen, daher meine Mitgliedschaft in der größten und bedeutendsten Arbeitsgemeinschaft historische Stellwerke des Westerwaldes und nicht zuletzt in diesem Forum, wo man -und das hätte ich gar nicht gedacht- auch abseits der Irrenhäuser normale Menschen trifft.

Was ich auch immer gerne erwähne: Für den Fall, daß mich einmal einer in meinem beruflichen Rahmen trifft, kann er ja so tun, als kenne er mich nicht, wenn es ihm peinlich ist, oder wir lösen das ganze mit einem kleinen Scherz auf, so wie neulich. Fragt mich ein Patient: "Na, ihr Gesicht habe ich auch schon einmal anderswo gesehen." "Das kann nicht sein", entgegnete ich, "ich trage es immer an derselben Stelle."

So, denn auf ein gutes Miteinander!
Die Gesellschaft im 21.Jahrhundert: Bei vielen nichts anderes als das Fortleben des prähistorischen Menschen unter der dünnen Schale der Zivilisation.
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von Anzeige » Mo 25. Mär 2019, 09:51

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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Heiner Neumann » Mi 27. Mär 2019, 19:18

Mannomannomann! :o :shock:
Also, diese Vorstellung - und das muß man sich mal vorstellen, meine Damen und Herren - ist einfach unvorstellbar - GUT! heildir

Bitte erwartet von mir nicht so eine Vorstellung, so etwas sprengt bei mir jede Vorstellung und liegt jenseits aller meiner Vorstellungskraft. respekt

Gruß

Heiner (jetzt habe ich auch mal die Smilies ausprobiert! :mrgreen: )
Wenn Du ein Licht am Ende des Tunnels siehst, bete, dass es kein Zug ist :shock: !!!

Vertraue nur Deinem eigenen Hintern - denn nur er steht immer hinter dir!
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Horst Heinrich » Do 28. Mär 2019, 21:13

Stellt euch mal vor, ich stelle mir gar nicht vor, eine solche Vorstellung auch von euch anderen zu bekommen, denn im Gegensatz zu euch bin ich ja im Grenzbereich normal-verrückt unterwegs und allein die Vorstellung, daß es noch anderswo solche Verrückte wie mich gibt, ängstigt mich so, daß ich es mir gar nicht vorstellen mag.
Bleibt also, wie ihr seid und wer ihr seid, denn das, was oft hervortritt, wenn Menschen ihr wahres Inneres vorstellen, sprengt jede Vorstellungskraft.

Jeder von euch ist mit seinen individuellen Eigenarten und Persönlichkeitsmerkmalen, die hier ziemlich deutlich hervortreten, gerade für einen Psycho(pathologen) und Forensiker wie mich, der gelernt hat, nicht nur jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, sondern jeden Buchstaben und auch noch die Zwischenräume, ein wirklich hochgeschätzter Zeitgenosse und ich bin froh, in diese Gemeinschaft aufgenommen zu sein und hier verweilen zu dürfen.

Deswegen: Auf weiterhin gutes, lustiges und inspirierendes Zusammensein.
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Dieselpower » Fr 29. Mär 2019, 16:27

Eigentlich nicht mein Stil, aber ich antworte mal ganz zeitgemäß nur mit einem Smiley...
zustimm
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Grauwacke » Mo 22. Apr 2019, 20:16

Liebe Forengemeinde,

nun, da Horst hier schon eine Steilvorlage geliefert hat, möchte auch ich mich in diesem Forum einmal kurz vorstellen. Ich bin der Dirk und arbeite hauptberuflich bei der DB Netz AG im Bereich der Betriebsvorschriften. Begonnen habe ich meine Laufbahn am 01.09.1988 als junger Bundesbahninspektorenanwärter bei der Deutschen Bundesbahn. Ich stehe damit in der 3. Generation als Eisenbahner in der Pflicht. Mein Ausbildungsbahnhof war Wiesbaden Hbf und nach dem Studium an der FH Bund entschied ich mich seinerzeit für einen Einsatz im äußeren Betriebsdienst. Nach einem kurzen Intermezzo als Fahrdienstleiter im Bahnhof Eltville, verschlug es mich zunächst über den Zivildienst zum DRK auf den Rettungswagen. Nach meiner Rückkehr auf den Planeten Erde (mittlerweile hatte ich mich schon an das tägliche Konsumieren von THC zu Schichtbeginn gewöhnt), verbrachte ich 6 Jahre im Frankfurter Hauptbahnhof in der Betriebsaufsicht und auf der Betriebsüberwachung (Stellwerk "Fpf"). Damals durfte man diese Tätigkeiten erst begleiten, wenn man alle anderen Gewerke in diesem Bahnhof durchlaufen und für einen Monat selbständig dort Dienst verrichtet hatte. Also war ich ausgebildeter und geprüfter Rangierer, Kleinlokbediener, Aufsichtsbeamter, Zugführer, Tischbediener auf dem Zentralstellwerk "Fpf", Fahrdienstleiter Innenbahnhof und Zentralfahrdienstleiter "Fzf", Rangierdisponent und Unfallsachbearbeiter im Betriebsbüro. Nach einem Jahr durfte man dann zur Einweisung in die BetrAufs/BÜ. Als Disziplinarvorgesetzter außerhalb der Bürozeiten musste man Vorbild sein und Stallgeruch haben, so die Philosophie des alten Bahnhofsvorstehers. In den 6 Frankfurter Jahren habe ich so ziemlich alles erlebt, was der Betriebsdienst an Überraschungen bereit hält und da die Schlange raus aus dem Wechseldienst lang war, bewarb ich mich 1998 direkt in die zentrale Baubetriebsplanung nach Mainz. Durch mehrere Umorganisationen (das Chaos nach der Bahnreform nahm so langsam an Fahrt auf) bewarb ich mich dann wieder zurück nach Frankfurt/M. in die Fachabteilung zu den Kollegen der Fahrdienstvorschrift und da bin ich heute noch, 31 Jahre nach meinem beruflichen Start bei der Behördenbahn.

Zwischenzeitlich ist mir mein zweiter Beruf im Rettungsdienst weitaus wichtiger geworden. Das merke ich daran, dass es mich mittlerweile Freundschaften kostet, wenn ich erzähle, dass ich bei der Bahn arbeite und es mir Freundschaften bringt, wenn ich kund tue, dass ich beruflich als Notfallsanitäter auf dem "Pflasterlaster" arbeite. Bei der einen Tätigkeit rettet man Leben und bei der anderen verbrennt man Steuergelder, wenn man sich dem allgemeinen Trend der nicht vorhandenen Verkehrspolitik anschließt, aber das ist ein politisches Thema. Während Horst-Heinrich sich von außen mit Köpfen beschäftigt, dringe ich bei meiner Tätigkeit ab und an auch physisch ins Innere der menschlichen Körperwelten vor. Die Umstände sind halt andere aber ich denke beide haben wir es mit Abgründen zu tun. Aber ich glaube das erst ist es, was den Blick für das Wesentliche schärft. Wir lachen noch über Dinge, bei denen andere längst ans Sterben denken... Aber es ist gut so, wie es ist. Man verliert dadurch auch die Furcht vor dem Tode, nur die Hürde des Sterbens müssen wir "sauber" überwinden, weil das Sterben zum Leben gehört. Da wir nicht wissen, woher wir kommen, wissen wir auch nicht, wohin wir gehen. Die zeitliche Distanz zwischen Geburt und Tod nennt man Leben. Ergo beschäftige ich mich auch nur damit; alles Andere wäre Zeitverschwendung, da sinnlos. Es ist noch niemand von dort zurückgekommen. Aber jeder geht dorthin. Man mag mich einen Atheisten nennen, aber das bin ich nicht. Ich glaube an eine übergeordnete Macht, die das Alles hier lenkt und erfunden hat, aber mehr auch nicht. Dass es eine Macht ist, spürt man, wenn man im Tauziehen mit Freund Hein einmal versucht hat, einen Menschen zu reanimieren. Egal wie es ausgeht, es ist jedes Mal ein Ringen mit dem Tod und das kostet unglaublich viel physische und mentale Energie. Mal gewinnt man, mal verliert man. Aber das soll es zu dieser Tätigkeit auch gewesen sein. Zu meinem Familienstand: Ich wohne in einem alten Bahnhof, bin verheiratet und habe 3 liebe Kinder im Alter von 5, 7 und 10.

Ich oute mich zur Eisenbahn eigentlich nur noch im privaten Kreise und gebe die Eisenbahn freiwillig nur noch als Freizeitbeschäftigung an. Das weckt das Interesse der Zuhörer und erspart eine Menge Frust. Wie Marko und einige andere hier, gehöre ich zur Truppe der ARGE mechanische Stellwerke und damit zum Museumsbahnhof Rotenhain im schönen Westerwald.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dieses Forum wieder mit zahlreichen aktuellen und historischen Berichten und Bildern rund um die Eisenbahn bereichern könnten und uns nicht auf einem DSO-Niveau, was den Umgang miteinander anbelangt, bewegen.

Viele Grüße in die Runde, Dirk
Zuletzt geändert von Grauwacke am Fr 26. Apr 2019, 15:04, insgesamt 4-mal geändert.
Rettet Leben, welches ohne den Rettungsdienst nie in Gefahr gewesen wäre!
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon ETA 517 » Do 25. Apr 2019, 19:40

Fernab jeglicher Vorstellungskraft kann sich keiner vorstellen, das ich mich noch nicht vorgestellt habe...

Ich bin der Marcus, wohne in Diez im schönen Lahntal... das wars eigentlich schon.

Die Eisenbahn spielt(e) in unserer Familie eine wichtige Rolle, Generationen waren bei der Bahn beschäftigt.
Schon mein Urgroßvater war Bahnhofsvorsteher in Meiderich, mein Großvater war Lokführer, meine Großmutter war auf der Lokleitung in Limburg. Onkels und Tanten waren ebenfalls im Bundesbahndienst in der Güterabfertigung, auf der Lok und sogar in der Gleisbaurotte fanden sich die Müller´s.
Ich fing meine Lehre zum Maschinenschlosser 1989 im AW Limburg an, damals gabs noch die Akkuwerkstatt für die ETA´s (immer mit 3 Arbeitern von Varta), die Umbauwagen waren fast alle ausgemustert, es regierte der Silberling.
Erfolgreich die Ausbildung, die zwischenzeitlich zum Industriemechaniker mutierte, beendet, zog mich gleich die Bundeswehr zum Grundwehrdienst ein. Da ich dort den LKW-Führerschein machen konnte und auch ein paar Nutzfahrzeug-Prachtstücke bewegen durfte, entwickelte sich dann auch eine Leidenschaft für die (mitlerweile alten) Laster von Magirus und Mercedes.
Nach dem Bund ging es wieder zur Bahn und siehe da... es war zwischenzeitlich zur Bahn AG firmiert. Das hieß für mich "Personalüberhang" ich durfte mit vielen anderen "überzähligen" Kollegen alte G-Wagen verschrotten.
Da ich darin keine Zukunft sah, aber meinen Job bei der Bahn nicht einfach aufgeben wollte (ich setzte mein Vertrauen in die Zukunft), machte ich noch mein Fachabi. Doch mein Vertrauen in die das "Unternehmen Zukunft" wurde nach der Rückkehr enttäuscht... also hieß es endgültig, Tschüss Bahn und Hallo freie Wirtschaft. Nach vielen Stationen des beruflichen Lebens, habe ich nun seit über 15 Jahren meinen Traumberuf als Berufsausbilder inne.
Neben meinen Aktivitäten in Sachen Eisenbahn, aktiv bei der AGMS und der IWQ, bin inaktives Mitglied bei den Westerburgern und den Brexis, bin ich beim Verein "Haus & Grund" aktiv.
Meine frühere Aktivität, Eisenbahnfotografie, habe ich aus Zeitgründen eigentlich so gut wie aufgegeben.

Ansonsten gilt wie bei allen anderen auch, "Haus und Hof" da ist immer was zu tun.

Das wars zu meiner Person... bei Fragen einfach melden.


Gruß

Marcus
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Horst Heinrich » Do 25. Apr 2019, 20:47

So langsam füllen sich die Soziogramme dieser wahrhaft vielfältigen Truppe und ich bin beeindruckt, welch Potential an Lebenserfahrung und Lebensphilosophie sich hier versammelt. Fast bin ich geneigt, hier den Slogan einer schwäbischen Bausparkasse zu gebrauchen: "Auf diese Steine können Sie bauen...".
Die Gesellschaft im 21.Jahrhundert: Bei vielen nichts anderes als das Fortleben des prähistorischen Menschen unter der dünnen Schale der Zivilisation.
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Knipser1 » Fr 26. Apr 2019, 09:11

Hallo zusammen,

da wir noch eine kleine Runde sind, kennen mich die meisten schon persönlich.
Hat man durchaus recht selten in Foren, wo man sich oft nur virtuell "kennt".

Aber trotzdem möchte ich mich auch mal kurz vorstellen:

Mein Name ist Guido, ich hab inzwischen 51 Lenze auf dem Buckel und komme aus der schönen Eifel.

Von Beruf bin ich gelernter Drucker und in dem Dorf an der Düssel weitergebildeter Drucktechniker, war 15 Monate als Soldat und Landkarten-Drucker bei der Bundeswehr, dann auch mal 13 Jahre im technischen Außendienst, bin aber seit 11 Jahren selbstständig - sprich ich arbeite seitdem selbst und fast ständig ;-)

In Bezug auf die Affinität zur Eisenbahn bin ich vermutlich erblich etwas vorbelastet mit einem ehemaligen Bundesbahn-Lokführer als Vater.

Zum Hobby Eisenbahn kam ich aber letztendlich klassisch über eine Märklin HO-Modelleisenbahn. Dann habe ich mit ca. 16 Jahren mit der Eisenbahnfotografie "rund um dem Kirchturm" angefangen und das nach und nach etwas mehr ausgeweitet.
So kam ich in früheren Zeiten mit der Kamera fast durch ganz West-Deutschland.
Aber das Hauptaugenmerk lag und liegt auf der heimischen Region. Rhein, Mosel, Lahn, Eifel und Westerwald - das ist mein fotografisches "Jagdrevier". Meine Kamera ist eine Nikon D3, die sich recht gut für die Eisenbahnfotografie eignet und inzwischen auch preislich in einem leistbaren Rahmen für den Hobbyfotografen ist.
Begeistert habe ich mich neben der Eisenbahnfotografie aber auch schon immer für mechanische Stellwerkstechnik, war früher häufiger (und sicher auch mal nervender) Gast auf den Stellwerken meiner "Hausstrecke" und bin nun seit einigen Monaten stolzer Mitbesitzer eines inzwischen bekannten Bahnhofs in einem kleinen Dörfchen im windigen Westerwald ;-)

Sofern von der knappen Freizeit dann doch wieder Erwarten noch etwas übrig bleibt, beschäftige ich mich noch mit ein paar Leuten mit der Restaurierung einer historischen Basaltgrube samt ganz kleiner Feldbahn und bin Mitglied in einer Initiative zum Erhalt unserer heimischen Streuobstwiesen (und da Baumpfleger zur Altbaumsanierung "in Ausbildung"). Sonntags bin ich bei schönem Wetter mit Motorrad (BMW), Traktor (Porsche) oder meinem Phaeton (VW 181) unterwegs. Der Insider bemerkt: Zwar eine bunte Mischung - aber alles luftgekühlt ;-) Ich habe also hobbymäßig nicht nur Eisenbahn im Kopf, sondern finde im Prinzip alles recht interessant was Räder hat.

Viele Grüße

Guido
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Sven Ackermann » Mo 6. Mai 2019, 19:02

Moin zusammen,

dann schließe ich mich der kleinen, aber feinen Vostellungsrunde hier gern mal an! :D

Mein Name ist Sven, ich bin aktuell 38 Jahre alt und komme aus Gießen. Beruflich bin ich bauingenieur (Tiefbau) und beschäftige mich hauptsächlich mit der Planung von Straßen, Radwegen und ähnlichem. Somit habe ich beruflich nichts mit der Eisenbahn zu tun, zu diesem Hobby kam ich wie viele andere auch durch die Tatsache, dass ich als kleines Kind an alles herangeführt wurde, was mit Technik zu tun hat. So waren Bahnhöfe schon früh bei mir gerne als Aufenthaltsort willkommen. Auch auf dem Heimweg von der Schule habe ich seinerzeit ab und an beim örtlichen Schrankenwärter ausgeholfen und habe die Schranken heruntergekurbelt (ja, damals gabs sowas hier noch, heute ist alles automatisch). Verschiedene Ferienpass-Aktionen der Stadt Gießen trugen auch ihren Teil dazu bei, insbesondere durch mehrere, jährliche Besuche im Bw Gießen (auch schon lange Geschichte :( ). Und da durfte man auch immer selbst eine Lok fahren. Ich weiß noch, dass wir Kiddies fast jedes Jahr mit der 212 104 fahren durften. Auf dieser habe ich dann auch die erste "große Fahrt" gemacht, nach Abschluss des Besuchstags durfte ich das gute Stück unter Aufsicht vom Bw in den Personenbahnhof fahren. Das war schön! Die Eisenbahnfotografie folgte dann naturgemäß bald. So richtig los ging es bei mir in der "bunten" Zeit der DB AG ab 1997, da wurde der Bahnhof dann auch für Fotos gezielt aufgesucht. Vorher habe ich natürlich auch schon wenige Bahnfotos gemacht, aber eher nebenbei...

Zu dieser Truppe hier fand ich dann im Zeitraum der Gründung der ArGe Mechanische Stellwerke. Dieser Verein kam mir sehr gerufen, denn zu der Zeit wurde in meiner Heimat Gießen gerade ein Großteil der alten Stellwerke platt gemacht. Zum Glück habe ich die meisten noch fotografisch dokumentiert und in zwei Fällen bereits als Modell verewigt (Gießen Nord "Gn" und Erdkauterweg Fahrdienstleister "Ef"). Die Gründung der ArGe war dann die Gelegenheit, aktiv in einem Verein an der Erhaltung auch dieses Bereichs der Eisenbahn mitzuarbeiten. Anfangs bekannterweise in Balduinstein, neuerdings in Rotenhain, auch wenn ich da aufgrund mangelnder Freizeit leider erst einmal dabei sein konnte (zu viele Hobbys und andere Verpflichtungen... :( :? ).

Auch die Modellbauerei hat mich seit Kindheit gepackt, neben der obligatorischen Märklin-Bahn "von der Stange", der ich bis heute treu geblieben bin, gehört dazu auch der Fahrzeug- und Gebäudeeigenbau. So entstanden in den letzten Jahren einige Module nach Vorbildern der Insel Borkum, einer australischen Zuckerrohrbahn und einer historischen Caltex-Tankstelle. Der Bereich Modellautos wird dabei auch nicht vernachlässigt, alles in 1:87. Also sehr vielseitig...

Neben den oben genannten Eisenbahnen ist das Interesse an weiterer (historischer) Technik aller Art auch geblieben, so findet man mich auch gerne mal auf (Nutzfahrzeug-) Oldtimerausstellungen und ähnlichem. Mein neuestes Steckenpferd sind auch Seilbahnen, vorzugsweise alte Materialseilbahnen, von denen es früher an jeder Ecke welche gab und die heute selten geworden sind. Hierbei faszinieren mich vor allem die Dimensionen, die diese Bahnen teilweise aufwiesen. Die längste Seilbahn der Welt in Schweden z.B. wies mal 96 km Länge auf.

Wenn ich nicht gerade mit der Kamera an den Gleisen stehe oder auf dem Basteltisch neue Kreationen erschaffe, dann habe ich noch weitere Hobbys. Von denen sei hier stellvertretend nur die Imkerei genannt. Zusammen mit zwei Kollegen haben wir mehrere Bienenvölker in der Nähe stehen, so dass (neben viel Arbeit) auch der Jahresvorrat an leckerem gesundem Honig gedeckt ist 8-) 8-)

So, das war es erst mal von meiner Seite...

Viele Grüße, Sven
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Re: Ich und die anderen

Beitragvon Mauro1976 » Do 1. Aug 2019, 22:26

Servus!

Ich bin Maurice, 43 Jahre und lebe in Weilburg an der Lahn. Ursprünglich komme ich aus Haiger, aber dort habe ich mich bereits vor 20 Jahren verabschiedet.

In meiner Familie gibt es keine Eisenbahner und doch bin ich eisenbahnbegeistert, seit ich mich erinnern kann. Als Kind schon wollte ich Lokführer werden, also verbrachte ich mein Schulpraktikum bei der Deutschen Bundesbahn in Siegen in der dortigen Ausbildungswerkstatt. Freude bereitete mir das Feilen, Bohren und Schleifen an den Werkstücken jedoch nicht, sodass ich mich nach der Schulzeit für einen anderen Weg entschied. Ich absolvierte eine kaufmännische Ausbildung im Einzelhandel und etliche Jahre später dann noch eine weitere Ausbildung zum examinierten Physiotherapeuten. Dazwischen war dann noch Platz für 13 Monate Zivildienst beim DRK Dillenburg, eine Selbstständigkeit über mehrere Jahre in der Gastronomie und freiberufliche Tätigkeit im künstlerischen Bereich.

Mit der Eisenbahn in Kontakt kam ich regelmässig als Kind/Jugendlicher natürlich auch in meiner früheren Heimat. Ob am Bahnhof Dillenburg oder Haiger, oder an meiner "Hausstrecke", der Aubachtalbahn Haiger - Breitscheid, irgendwo war ich in meiner Freizeit immer anzutreffen. Wahrscheinlich ist die V100 deswegen meine Lieblings-Diesellok, weil ich so oft auf ihr mitfahren durfte und natürlich auch in den Silberlingen, welche von ihr gezogen wurden über die Hellertalbahn, Dietzhölztalbahn oder Aar-Salzbödebahn.

Im Jahr 1996 (die allerletzten Sonderzüge waren kurz zuvor gefahren) traf ich bei einer Westerwald-Rundfahrt zufällig auf die Brexbachtalbahn zunächst in Ransbach-Baumbach und etwas später in Grenzau. Zuvor war mir diese Bahnstrecke gänzlich unbekannt. Ich "verliebte" mich augenblicklich in die Brex wegen der Streckenführung und des lieblich gelegenen Bahnhofs Grenzau. Sofort mußte ich Informationen über diese Bahnstrecke bekommen und versuchte Literatur aufzutreiben, Leute aus der Gegend zu interviewen und im Internet zu recherchieren. In den Folgejahren besuchte ich die Brex immer mal wieder um Fotos zu schießen und leider festzustellen, dass sie immer weiter zuwächst. Als ich Anfang 2007 dann von der Gründung des Brexbachtalbahn e.V. erfuhr, war für mich klar, da muß ich hin und mir das anschauen bzw. mithelfen bei den vielfältigen Tätigkeiten. Im Jahr 2008 wurde ich dann Mitglied im Verein und fahre seither an den Samstagen im Jahr nach Bendorf-Sayn um von dort aus die Strecke in Schuss zu halten zusammen mit meinen Vereinskollegen.
Und da ich so begeistert von der Bahn und der Brex bin, ist es nicht unmöglich, dass ich mir noch eine dritte Ausbildung gönne 8-)

Soviel zu meiner Person :)

Freue mich auf das neue Rad-und-Schiene-Forum und die Menschen, die es beleben.

VG

Maurice
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